FAQ

Was bedeutet Automatisierbarkeit?

Die Automatisierbarkeit eines Berufes ist eine Prozentzahl und entspricht dem Anteil an wesentlichen Tätigkeiten in einem Beruf, die theoretisch schon heute von Computern oder computergesteuerten Maschinen ausgeführt werden könnten. In der Forschung spricht man hierbei vom Substituierbarkeitspotenzial des Berufes. Welche Tätigkeiten für einen Beruf wesentlich sind, haben Berufsexperten im Auftrag der Bundesagentur für Arbeit (BA) auf Basis von Ausbildungsordnungen oder Stellenausschreibungen herausgearbeitet.

Ausgehend von den technologischen Möglichkeiten im Jahr 2013 haben Dengler und Matthes (2015) das erste Mal für jede im BERUFENET erwähnte Tätigkeit ermittelt, ob diese potenziell von Computern oder computergesteuerten Maschinen vollständig automatisch erledigt werden könnten. Weil seitdem viele neue Technologien entwickelt wurden und Tätigkeiten, die bisher als nicht ersetzbar galten, heute potenziell von Robotern oder Computerprogrammen übernommen werden können, wurde eine Neubeurteilung für die technologischen Möglichkeiten im Jahr 2016 vorgenommen und die Substituierbarkeitspotenziale aktualisiert. Bei der Aktualisierung wurden aber nicht nur die Veränderungen der technologischen Möglichkeiten betrachtet, sondern auch berücksichtigt, dass sich in einigen Berufen die Tätigkeitsprofile verändert haben und neue Tätigkeiten oder Berufe entstanden sind (Dengler/Matthes 2018). Bei der Ermittlung des Substituierbarkeitspotenzials geht es ausschließlich um die Beurteilung der technischen Machbarkeit. Das Substituierbarkeitspotenzial eines Berufes ergibt sich, wenn man die Anzahl der automatisierbaren Tätigkeiten eines Berufes durch all seine Tätigkeiten insgesamt dividiert und mit 100 multipliziert.

Der Job-Futuromat berücksichtigt nur die wesentlichen Tätigkeiten, die in dem ausgewählten Beruf üblicherweise zu erledigen sind. In einem Job können neben diesen auch andere Tätigkeiten eine Rolle spielen. Da auch sie das Substituierbarkeitspotenzial beeinflussen, sollte das Ergebnis des Job-Futuromat nicht missverstanden werden, wie wahrscheinlich es ist, im Job durch Computer oder computergesteuerte Maschinen ersetzt zu werden.

Gibt der Job-Futuromat eine Prognose ab?

Nein, der Job-Futuromat gibt keine Prognose ab. Das Substituierbarkeitspotenzial im Job-Futuromat gibt nicht – wie andere Online-Tools oder Studien – die Wahrscheinlichkeit dafür an, dass ein Beruf in den nächsten 10 oder 20 Jahren verschwindet, da er durch Computer oder computergesteuerte Maschinen erledigt wird. Er zeigt vielmehr an, welcher Anteil der Tätigkeiten in diesem Beruf schon heute von Computern oder computergesteuerten Maschinen theoretisch ausgeführt werden könnte.

Ist eine Tätigkeit im Job-Futuromat ersetzbar, bedeutet dies allerdings nicht, dass sie heute schon durch Computer oder computergesteuerte Maschinen ausgeführt wird. Möglicherweise ist die menschliche Arbeit wirtschaftlicher, flexibler oder von besserer Qualität. Beispielsweise gibt es in fast jedem Geschäft Kassierer oder Kassiererinnen, obwohl der Beruf ein Substituierbarkeitspotenzial von 100% hat.

Das Substituierbarkeitspotenzial steht also lediglich für das Potenzial, dass Teile eines Berufs im Prinzip durch Computer oder computergesteuerte Maschinen ersetzt werden könnten. Damit sagt der Job-Futuromat allerdings durchaus etwas über die Zukunft der Berufe aus. Es ist sehr wahrscheinlich, dass sich diese Berufe und die in diesem Beruf zu erledigenden Tätigkeiten verändern werden. Während die ersetzbaren Tätigkeiten von Computern oder computergesteuerten Maschinen übernommen werden, müssen die nicht-ersetzbaren Tätigkeiten weiterhin von Menschen erledigt werden; und es kommen neu zu erledigende Tätigkeiten hinzu: Die neuen Maschinen müssen bedient, kontrolliert, gewartet, gebaut und (weiter-)entwickelt werden. Die Veränderung der Berufe bedeutet, dass Weiterbildung im Job wichtiger wird.

Für welchen Zeitraum gelten die Substituierbarkeitspotenziale im Job-Futuromat?

Die Substituierbarkeitspotenziale sind Momentaufnahmen. Zum ersten Mal wurde die Ersetzbarkeit der einzelnen Tätigkeiten von Dengler und Matthes (2015) ausgehend von technologischen Möglichkeiten im Jahr 2013 ermittelt. Weil eine Reihe neuer Technologien inzwischen Marktreife erlangt haben (vor allem mobile, kollaborative Roboter, selbstlernende Computerprogramme sowie erste Anwendungen von 3D-Druck und Virtueller Realität), wurde eine Neubeurteilung erforderlich. Die derzeit im Job-Futuromat berichteten Substituierbarkeitspotenziale beziehen sich auf die im Jahr 2016 bestehenden technologischen Möglichkeiten (Dengler/Matthes 2018). Es ist aber absehbar, dass auch in Zukunft weitere momentan nicht-ersetzbare Tätigkeiten zu ersetzbaren Tätigkeiten werden, da die technische Entwicklung fortschreitet.

In den letzten Jahren haben sich aber nicht nur die technologischen Möglichkeiten verändert, sondern auch die Tätigkeitsprofile der Berufe. In manchen Berufen sind Tätigkeiten nicht mehr relevant, weil sie von Robotern oder Computeralgorithmen erledigt werden. Durch die Einführung neuer Technologien entstehen aber auch neue Tätigkeiten, die für die Ausübung eines Berufes unabdingbar werden wie zum Beispiel das Beherrschen einer neuen Software. Der beschleunigte technologische Wandel führt darüber hinaus auch dazu, dass ein neuer Beruf entsteht.

Allerdings muss das nicht unbedingt heißen, dass eine Tätigkeit, die momentan als ersetzbar eingestuft wurde, in den nächsten Jahren tatsächlich ersetzt wird. Möglicherweise ist die menschliche Arbeit hier wirtschaftlicher, flexibler oder von besserer Qualität. Auch rechtliche oder ethische Hürden können einer Automatisierung entgegenstehen.

Ist mein Job gefährdet, wenn sein Substituierbarkeitspotenzial groß ist?

Nein. Der Job könnte sich aber verändern.

Es gibt Berufe mit einem Substituierbarkeitspotenzial von 100%, wie beispielsweise den der Kassiererin/des Kassierers, in denen trotzdem die Beschäftigung in den letzten Jahren gewachsen ist. Tatsächlich stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in der Berufsgattung „Kassierer/innen und Kartenverkäufer/innen“ in den Jahren 2012 bis 2015 sogar um über 8% – und damit stärker als der Trend aller Berufe (+5,5%).

Es gibt zwar auch Berufe mit einem Substituierbarkeitspotenzial von 100%, deren Beschäftigungszahlen sinken. Schaut man sich jedoch alle Berufe an, deren Substituierbarkeitspotenzial als „hoch“ gilt (größer als 70%), so sieht man: Auch hier wächst die Beschäftigung – wenn auch weniger stark als in Berufen mit einem niedrigeren Substituierbarkeitspotenzial.

Der Grund dafür: Tätigkeiten, die heute schon von Computern oder computergesteuerten Maschinen erledigt werden könnten, werden oftmals noch über einige Zeit – oder sogar dauerhaft – von Menschen ausgeführt. Denn solange die menschliche Arbeit wirtschaftlicher, flexibler oder von besserer Qualität oder rechtliche oder ethische Hürden einer Automatisierung entgegenstehen, wird eher nicht automatisiert.

Selbst wenn Tätigkeiten tatsächlich ersetzt werden, bedeutet dies nicht zwangsläufig, dass ein Beruf dadurch verschwindet. Allerdings ist es wahrscheinlich, dass sich die in diesem Beruf zu erledigenden Tätigkeiten verändern: Während die ersetzbaren Tätigkeiten Computer oder computergesteuerte Maschinen ausführen, gewinnen die nicht-ersetzbaren Tätigkeiten für den Menschen an Bedeutung, und es kommen neue zu erledigende Tätigkeiten hinzu. Eine kontinuierliche berufliche Weiterbildung wird daher immer wichtiger.

Bleibt in meinem Job alles beim Alten, wenn das Substituierbarkeitspotenzial niedrig (oder 0%) ist?

Auch in Berufen mit einem niedrigen Substituierbarkeitspotenzial – selbst von 0% – ist es gut möglich, dass in Zukunft Tätigkeiten ersetzbar sein werden, von denen wir uns heute noch nicht vorstellen können, dass sie einmal von Computern oder computergesteuerten Maschinen ausgeführt werden könnten.

Wie wirkt sich das Substituierbarkeitspotenzial der Berufe auf die Arbeitswelt aus?

Inwieweit die fortschreitende Digitalisierung dauerhaft Arbeitsplätze kostet, ist in der Forschung eine umstrittene und offene Frage. Dengler und Matthes haben berechnet, dass der Anteil der sozialversicherungs­pflichtig Beschäftigten, die in Berufen mit hohem Substituierbarkeitspotenzial arbeiten – also in Berufen, in denen mindestens 70 Prozent der anfallenden Tätigkeiten von Computern oder computergesteuerten Maschinen erledigt werden könnten – von 15 Prozent im Jahr 2013 auf 25 Prozent im Jahr 2016 gestiegen ist.

Dieser Anstieg muss aber immer noch nicht bedeuten, dass viele Menschen zukünftig durch die fortschreitende Digitalisierung aus dem Arbeitsmarkt verdrängt werden. Denn bei diesen Berechnungen bleibt unberücksichtigt, dass durch die Digitalisierung neue Produkte und Dienstleistungen auf dem Markt angeboten werden oder Innovationen und Produktivitätswachstum zu Preissenkungen führen, die insgesamt zu einem Beschäftigungswachstum statt zu einem Beschäftigungsabbau führen könnten. Außerdem kann man nicht vorab abschätzen, wie stark sich die Tätigkeitsprofile der Berufe verändern und welche Tätigkeiten und Berufe neu entstehen – Anpassungsmechanismen, die äußerst relevant bei der Bewältigung des technologischen Wandels sind, denn Berufe können sich so verändern, dass sie mehr oder weniger gut mit der Digitalisierung Schritt halten können.

Geschätzt wird, dass es durch den beschleunigten technologischen Wandel einerseits 1,5 Millionen Arbeitsplätze nicht mehr geben wird, gleichzeitig aber etwa genauso viele Arbeitsplätze neu entstehen (Wolter et al. 2016). Deshalb besteht die Herausforderung der digitalen Transformation vor allem darin, die mit der Einführung neuer Technologien verbundenen Veränderung der Berufs- und Anforderungsstruktur unterstützend zu begleiten. Das Wissen veraltet immer schneller, sodass die Erstausbildung immer seltener ausreicht, um den Anforderungen eines gesamten Erwerbslebens gewachsen zu sein. Lernen im Erwerbsleben muss zur Normalität werden.

Woher kommen die Tätigkeiten in einem Beruf?

Welches die wesentlichen Tätigkeiten für einen Beruf sind, haben Berufsexperten im Auftrag der Bundesagentur für Arbeit (BA) für die knapp 4.000 Berufe, die im Job-Futuromat abrufbar sind, auf Basis von Ausbildungsordnungen oder Stellenausschreibungen herausgearbeitet. Diese Tätigkeiten und viele weitere Informationen sind für alle Berufe in der BA-Expertendatenbank BERUFENET online verfügbar.

Der Job-Futuromat berücksichtigt nur die wesentlichen Tätigkeiten, die in dem ausgewählten Beruf üblicherweise zu erledigen sind. In einem Job können neben diesen auch andere Tätigkeiten eine Rolle spielen. Da auch sie das Substituierbarkeitspotenzial beeinflussen, sollte das Ergebnis des Job-Futuromat nicht als Prognose missverstanden werden, wie wahrscheinlich es ist, im Job durch Computer oder computergesteuerte Maschinen ersetzt zu werden.

Wie wurde festgelegt, welche Tätigkeiten durch Computer oder computergesteuerte Maschinen ersetzbar sind?

Dengler und Matthes (2015, 2018) haben für jede Tätigkeit ermittelt, ob sie heute schon von Computern oder computergesteuerten Maschinen nach programmierbaren Regeln erledigt werden könnte. Dabei ging es ausschließlich um die technische Machbarkeit. Dazu haben drei Codierer unabhängig voneinander recherchiert, ob es einen Computer oder eine computergesteuerte Maschine gibt, die eine konkrete Tätigkeit der insgesamt ca. 8.000 im BERUFENET erwähnten Tätigkeiten derzeit vollständig automatisch erledigen könnte. So wurde das Fahren von Bussen, Autos oder LKW – im Gegensatz zur schienengebundenen Fahrzeugführung – nach wie vor als nicht substituierbar eingestuft, weil die entsprechenden Technologien noch erprobt werden und man deshalb noch nicht von Marktreife sprechen kann.

Wie beeinflussen die Schieberegler das Substituierbarkeitspotenzial meines Jobs?

Wenn Sie den Job-Futuromat für einen Beruf neu aufrufen, wird das Substituierbarkeitspotenzial für den ausgewählten Beruf berechnet. Dabei hat jede Tätigkeit den gleichen Einfluss – sie wird gleich stark gewichtet. Dies entspricht der anfänglichen Mittelstellung aller Schieberegler.

Da im realen Arbeitsalltag nicht alle Tätigkeiten gleich häufig ausgeübt werden, können Sie deren Häufigkeit mit den Schiebereglern anpassen:

Wird der Schieberegler nach rechts verschoben, bedeutet dies, dass diese Tätigkeit häufiger ausgeführt wird; wird er nach links verschoben, wird die Tätigkeit seltener ausgeführt. Das Substituierbarkeitspotenzial steigt, wenn eine ersetzbare Tätigkeit häufiger ausgeübt wird, und sinkt, wenn sie seltener ausgeübt wird. Demgegenüber sinkt das Substituierbarkeitspotenzial, wenn eine nicht-ersetzbare Tätigkeit häufiger ausgeübt wird; und steigt, wenn sie seltener ausgeübt wird.

Ist das Substituierbarkeitspotenzial in dem ausgewählten Beruf 0%, haben die Schieberegler keinen Einfluss: Denn dann sind sämtliche Tätigkeiten in einem Beruf nicht automatisierbar. Auch eine Neugewichtung der Tätigkeiten ändert dann das Substituierbarkeitspotenzial nicht.

Ist das Substituierbarkeitspotenzial in dem ausgewählten Beruf 100%, bewirken die Schieberegler ebenfalls nichts, denn auch eine Neugewichtung der Tätigkeiten ändert nichts daran, dass alle Tätigkeiten theoretisch ersetzbar sind.

Für die Neuberechnung des Substituierbarkeitspotenzials zählt, wie die Schieberegler relativ zueinander stehen. Je weiter rechts ein Schieberegler relativ zu den anderen Reglern steht, desto höher ist das Gewicht, mit dem die jeweilige Tätigkeit das Substituierbarkeitspotenzial erhöht oder senkt. Mathematisch berechnet sich das Substituierbarkeitspotenzial folgendermaßen: Wird eine Tätigkeit nie ausgeübt, erhält Sie den Wert 0; wird sie ständig ausgeübt, den Wert 1. Für eine Reglerstellung dazwischen bekommt sie einen Wert zwischen 0 und 1. Das Substituierbarkeitspotenzial ist die Summe all dieser Tätigkeitswerte, wobei diese jeweils mit 1 multipliziert werden, wenn eine Tätigkeit substituierbar ist, ansonsten mit 0. Bevor diese Summe gebildet wird, werden alle Tätigkeitswerte jedoch so normiert (also alle durch dieselbe Zahl geteilt), dass ihre Summe 1 ergibt. So werden die einzelnen Tätigkeitswerte zu „Gewichten“, die im Ergebnis zu einem Substituierbarkeitspotenzial zwischen 0 und 1 (bzw. zwischen 0% und 100%) führen.

Wie viele und welche Berufe gibt es im Job-Futuromat?

Der Job-Futuromat enthält Informationen für ca. 4000 Einzelberufe. Dies sind alle in Deutschland bekannten Berufe gemäß der Expertendatenbank BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit (BA).

In der Statistik und der Forschung werden diese Einzelberufe nicht „Berufe“, sondern „Kernberufe“ genannt, hinter denen nochmals mehr als 20.000 Berufsbezeichnungen stehen. Sie werden in der sogenannten Klassifikation der Berufe 2010 (KldB 2010) zu Berufsgattungen, Berufsgruppen und anderen übergeordneten Kategorien zusammengefasst. Dabei werden jeweils Berufsbezeichnungen zusammengefasst, die sich hinsichtlich der für die Ausübung des Berufes relevanten Fähigkeiten und Kenntnisse ähneln.

Was bedeuten die Beschäftigtenzahlen?

Die Anzahl der Beschäftigten umfasst sowohl Voll- als auch Teilzeitjobs (mit Auszubildenden). Gezählt werden nur sozialversicherungspflichtige Beschäftigte. Für Berufe mit einem hohen Anteil Selbstständiger, Beamter oder Minijobber kann die Zahl der Menschen, die einen Beruf ausüben, deutlich höher liegen.

Die Daten stammen von der Statistik der Bundesagentur für Arbeit (BA) und basieren auf den Meldungen der Arbeitgeber. Sie gelten jeweils für den 31. Dezember des jeweiligen Jahres.

Die Angaben beziehen sich nicht auf einzelne Berufe, sondern auf Berufsgattungen. Die knapp 4.000 Berufe, die sich über das Suchfeld des Job-Futuromat finden lassen, werden zu etwa 1.200 Berufsgattungen zusammengefasst. Der Statistik der Bundesagentur für Arbeit liegen die Beschäftigtenzahlen nur für diese Berufsgattungen vor, nicht für einzelne Berufe.

Gab es in einem Jahr weniger als drei Beschäftigte in einer Berufsgattung, werden aus Datenschutzgründen keine Daten angezeigt.

Was bedeuten die Zahlen zum Gehalt?

Mit mittlerem Lohn ist das mittlere monatliche Bruttoarbeitsentgelt gemeint, ausgewiesen als sogenannter Median, d.h. die Hälfte der Beschäftigten bezieht ein geringeres Entgelt, die andere Hälfte ein höheres Entgelt. Es wird für alle sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigten in einer Berufsgattung (ohne Auszubildende) berechnet. Es beruht auf den Bruttojahresarbeitsentgelten, die die Arbeitgeber zum 31. Dezember eines Jahres an die Statistik der Bundesagentur für Arbeit melden (siehe Methodenbericht). Für Berufe mit einem hohen Anteil Selbstständiger oder Beamter können die Werte hiervon abweichen.

Individuelle Arbeitsentgelte können zuweilen stark vom Median abweichen. Darum wird zusätzlich der Schwankungsbereich um den Median herum angegeben, innerhalb dessen 50% aller Entgelte liegen. Das untere Ende entspricht dem ersten Quartil (der Grenze zwischen dem ersten und zweiten Viertel aller - nach dem monatlichen Bruttoarbeitsentgelt sortierten - Beschäftigten); das obere Ende entspricht dem dritten Quartil (der Grenze zwischen dem dritten und vierten Viertel aller - nach dem monatlichen Bruttoarbeitsentgelt sortierten - Beschäftigten).

Übersteigt das monatliche Bruttoentgelt eines Vollzeitbeschäftigten die sogenannte “Beitragsbemessungsgrenze”, wird es von der Statistik der Bundesagentur für Arbeit nicht exakt erfasst. Liegt das Entgelt bei mehr als der Hälfte aller Beschäftigten über dieser Grenze, lässt sich der Median nicht berechnen. In diesen Fällen wird nur die Beitragsbemessungsgrenze angegeben. Sie ändert sich jährlich und lag 2016 bei 6.200€ pro Monat in Westdeutschland und 5.400€ pro Monat in Ostdeutschland. Die Darstellung orientiert sich an der niedrigsten, für das Bundesgebiet geltenden Beitragsbemessungsgrenze für Ostdeutschland (>5.400 Euro).

Die Angaben beziehen sich nicht auf einzelne Berufe, sondern auf sogenannte Berufsgattungen. Die knapp 4.000 Berufe, die sich über das Suchfeld des Job-Futuromat finden lassen, werden zu etwa 1.200 Berufsgattungen zusammengefasst. Der Statistik der Bundesagentur für Arbeit liegen die monatlichen Bruttoarbeitsentgelte nur für diese Berufsgattungen vor, nicht für einzelne Berufe.

Gab es in einem Jahr Entgeltangaben für weniger als 1.000 Beschäftigte in einer Berufsgattung, werden keine Entgelte angezeigt, da die Statistik der Bundesagentur für Arbeit deren Berechnung als nicht verlässlich einstuft.

Woher kommen die Daten?

Aktuell werden im Job-Futuromat die beruflichen Substituierbarkeitspotenziale für die technologischen Möglichkeiten im Jahr 2016 berichtet (Dengler/Matthes 2018). Der Job-Futuromat basiert auf den berufskundlichen Informationen für etwa 4.000 Einzelberufe. Sie stammen aus der Expertendatenbank BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit (BA). Die Informationen zu den Beschäftigtenzahlen und monatlichen Bruttoarbeitsentgelten stammen von der Statistik der Bundesagentur für Arbeit.

Wer hat den Job-Futuromat gemacht?

Der Job-Futuromat entstand im Rahmen der ARD-Themenwoche „Zukunft der Arbeit“ im Jahr 2016 in Kooperation der ARD mit dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und der Bundesagentur für Arbeit (BA). Die Statistik der BA und das IAB lieferten die Daten für das Tool und berieten fachlich bei der Gestaltung des Job-Futuromat. Das Konzept des Tools stammte ursprünglich vom Datenjournalisten Björn Schwentker. Programmierung und Design hat die Agentur „Thadeus Roth“ übernommen.

Seit November 2017 wird der Job-Futuromat unter Verantwortung des IAB modifiziert weitergeführt. Die ursprünglichen Ergebnisse bezogen sich auf die technologischen Möglichkeiten im Jahr 2013. Weil seitdem viele neue Technologien entwickelt wurden und Tätigkeiten, die bisher als nicht ersetzbar galten, heute potenziell von Robotern oder Computerprogrammen übernommen werden können, wurde eine Neubeurteilung für die technologischen Möglichkeiten im Jahr 2016 vorgenommen. Deswegen sind seit Februar 2018 im Job-Futuromat die aktualisierten Substituierbarkeitspotenziale für die technologischen Möglichkeiten im Jahr 2016 abrufbar.